Darmeinlauf
Der Darmeinlauf ist ein altes Naturheilmittel, das normalerweise bei hartnäckiger Verstopfung angewandt
wird, um den verfestigten Stuhl im Enddarm aufzuweichen und den Stuhlgang zu erleichtern bzw. zu ermöglichen.
Für den Darmeinlauf wird in der Regel ein Klistier verwendet, mit dem Wasser in den Darm gespült wird.
Der kleine Darmeinlauf erfolgt idealerweise im Liegen. Als Unterlage dient eine Schutzfolie. Die Flüssigkeit
für die Darmspülung besteht aus 200 - 500 ml körperwarmem Wasser, dem etwas Kochsalz oder auch Kamillentinktur
zugegeben werden kann. Die Zusätze sollten nicht überdosiert werden, um eine Reizung der Darmschleimhaut
zu vermeiden. Da der Dickdarm hauptsächlich in der linken Körperhälfte verläuft, wird empfohlen, sich für
die Darmspülung auf die linke Seite zu legen.
Nach dem Einführen der Flüssigkeit sollte diese trotz
starkem Stuhldrang so lange wie möglich im Darm gehalten werden. Optimal sind dabei ca. sieben Minuten.
Danach wird der Darminhalt auf der Toilette entleert. Bei akuten Baucherkrankungen, Schwangerschaft,
Darmverschluss, einer Bauch-OP, Bauchschmerzen oder Erbrechen sollte man keinen Darmeinlauf vornehmen.
Der Darmeinlauf kann auch im Rahmen einer Darmreinigung durchgeführt werden. Die Vorgehensweise ist
wie oben beschrieben. Die kleine Variante ist der Einlauf mit einem Klistier, die große Variante die
Colon-Hydro-Therapie. Letztere wird bei Entschlackungs- und Reinigungskuren sowie bei Erkrankungen
des Verdauungstrakts angewandt. Mit dem Darmeinlauf werden verhärtete Kotansammlungen, Fäulnisstoffe,
Bakterien, Toxine und Schleimreste ausgespült. Ist der Darm von einer Mykose mit Candida Albicans
befallen, wirkt sich der Darmeinlauf positiv auf die Darmflora und deren Entlastung aus. In der
Darmschleimhaut sitzen ca. 80 Prozent der gesamten Immunzellen. Das erklärt, warum sich eine
geschwächte Immunabwehr oftmals zuerst in Problemen des Verdauungstrakts äußert.
Wann ist ein Darmeinlauf sinnvoll?
Nach der Einnahme eine antimykotischen Medikaments, beispielsweise Nystatin, welches die Candida-Pilze
abtötet, ist ein Darmeinlauf zur Darmreinigung sinnvoll. Im Darm befinden sich die abgestorbenen
Candida-Pilze und ihre Toxine, die schnellstmöglichst aus dem Darm entfernt werden sollten.
Mit dem Darmeinlauf wird ein Großteil der Pilze und Toxine ausgeschwemmt. Eine Colon-Hydro-Therapie
wird zwei- bis dreimal wöchentlich über einen Monat parallel zur Einnahme des Antimykotikums
durchgeführt. So wird sicher gestellt, dass die jeweils abgestorbenen Pilze und Toxine gleich
ausgeschwemmt werden und die Darmschleimhaut nicht zusätzlich belastet wird.
Nach Abschluss der Colon-Hydro-Therapie muss die Darmflora neu aufgebaut werden. Dazu eignen
sich Bakterien-Konzentrate wie beispielsweise probiotische Milchsäurebakterien und Bifidusbakterien.
Gleichzeitig erfolgt eine Nahrungsumstellung mit ballaststoffreicher und fettarmer Kost, um den
Darm zu entlasten und den Aufbau einer gesunden Darmflora zu unterstützen. Zusätzlich muss die
Immunabwehr stimuliert werden. Hierfür eignet sich sog. Stufenpräparate, die aufeinander abgestimmt
sind und nacheinander eingenommen werden.